|
Apr
07
|
Vor kurzem war ich einige Tage in Bangkok und wurde dort unfreiwilliger Teilnehmer eines Cross-Selling Kurses für Fortgeschrittene. Jeder Thailänder kennt nicht nur jeden anderen Thailänder, sondern kann auch in kürzester Zeit jedes Produkt und jede Dienstleistung besorgen, die man eigentlich gar nicht haben möchte. Die absoluten Meister dieser Disziplin sind die Tuk-Tuk-Fahrer:
Man kann in Bangkok keinen Meter zu Fuß gehen, sondern wird sofort aus allen Richtungen angehupt (das Signal der Tuk-Tuks für “Ich bin leer”). Bei knappen 40 Grad und einer unglaublich dreckigen Luft ein Angebot, was man natürlich gerne annimmt, vor allem vor dem Hintergrund, das diese Fahrten unglaublich preiswert sind.
Sitzt man einmal in diesem Gefährt, welches ein wenig wie Autoscooter auf Drogen ist, so ist es gar nicht so einfach als Tourist zu seinem Ziel zu kommen. Nicht weil man nicht verstanden wird, sondern weil der Fahrer ein Ziel kennt, welches viel besser ist. Stimmt man nicht sofort zu, so wird dieses Ziel wesentlich billiger, möglicherweise sogar umsonst.
Will ich beispielsweise zum Bootspier A und kostet das 100 Baht (ca. 2 Euro), so will micht der Fahrer unbedingt davon überzeugen zu Pier B zu fahren. Die Fahrt kostet dann plötzlich nur noch 20 Baht, obwohl die Strecke doppelt so lang ist. Dafür kennt der Fahrer den Kapitän und kassiert eine fette Provision.
Zwischendurch hält er noch in einer Edelstein-Schleiferei und einem Maßschneider an, wo der “dumme Deutsche” eine kurze Führung und ein Getränk (beides kostenlos) erhält, und der Fahrer jeweils einen Gutschein über 5 Liter Benzin.
Hat man auch nur einem dieser kurzen Zwischenstopps zugesagt (die wirklich interessant sind), so ist der Fahrer nun in seinem Element. Billige Konzerttickets sind ebenso im Angebot wie Tempelführungen, Medikamente, billiger Schrott aus China, Reiseführer oder auch Restaurantbesuche.
Würden sich die Deutschen ein Beispiels daran nehmen, so würde ich nicht nur mit dem Taxi vom Bahnhof zum Hotelfahren, sondern hätte dabei einen neuen Anzug gekauft, meinen Wochenendeinkauf erledigt und gleichzeitig noch die Flugtickets zurück in die Heimat gekauft. Das Taxi wäre danach selbstverständlich vollgetankt und umsonst gefahren.
April 8th, 2008 at 13:18
Das ist eine sehr schöne Vorstellung. Solang man als Tourist was davon hat und nicht unbedingt wirklich von Pier A wegfahren muss, geht das doch, oder? Was die händler untereinander ausmachen, ist doch im endeffekt egal, solang man selbst nicht doppelt und dreifach zahlt. Und wenn eine längere Tour weniger ksotet, man zwischendurch noch was eingekauft hat etc, dann ist man am Ende vielleicht zwar auch bei dem Geld, was die normale Tour gekostet hätte, aber man hat wesentlich mehr für sein Geld bekommen.
April 9th, 2008 at 15:22
Hallo Jan,
du sprichst mir aus der Seele: Ich war gerade für 4 Wochen in Indien unterwegs – und dort sind die Tuk Tuk Fahrer genau dieselben Spezies – angetrieben durch Kommission, Provision und natürlich dem Touristengeld. Keine 20 Meter kann man laufen, ohne angehupt zu werden.
Das übelste gleich am Anfang: Wir kommen in Dehli am Flugplatz an, nehmen uns ein Prepaid Taxi. Und dann? Zunächst sollte unser gebuchtes Hotel ausgbucht sein, dann ist es abgebrant und zuletzt ist die Strasse viel zu eng, da kann man mit einem Auto niemals durchfahren (letztendlich konnten bequem 3 Autos nebeneinander fahren). Aber alles halb so wild, man könne ja einen gutes Hotel empfehlen.
Das ging dann die 4 Wochen so. Da muss man durch: Immer seinen Willen durchsetzen sag ich nur…..