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Sep
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Während sich die Blätter an den Bäumen langsam rötlich-braun färben und sich die Urlauber im Sauerland auf einen schönen Herbst einstellen, kommt auf der Bobbahn Winterberg Hochsauerland Winterstimmung auf. Am 3. Oktober sollen bereits die ersten Bob- und Rodelsportler den Eiskanal hinunterrasen. Zwei Nächte lang werden die Bahnmitarbeiter im Einsatz sein, um die 1600 Meter lange Bahn Schicht für Schicht mit Eis zu belegen.
Bereits ab Montag 24. September wird der Bahnkörper über 70 Kilometer lange Kühlrohre auf die erforderliche Temperatur heruntergekühlt. Ein sechsköpfiges Team wird ab der Nacht zu Mittwoch mit Sprühschläuchen dünne Wasserschichten auftragen, die auf dem kalten Beton sogleich gefrieren. Zunächst die ersten 800 Meter, in der darauf folgenden Nacht die zweite Bahnhälfte. „Wir arbeiten abends nach 18 Uhr, um die kühlen Nachttemperaturen auszunutzen“, erklärt Björn Liese. Der neue Bahnmeister ist erstmals für die Vereisung der Bobbahn verantwortlich. Nach über 30 Jahren ist der bislang Verantwortliche, Hubert Honekamp, in Ruhestand gegangen.
Parallel zu diesen Aktionen holen sich die Eisexperten Schnee aus den Eissporthallen in Winterberg und Willingen. „Bei der Pflege der Halleneisfläche schaben die Geräte jeweils eine dünne obere Schicht ab“, weiß Liese. „Damit modellieren wir die Kurven der Bobbahn aus. Damit alles schön glatt ist und nirgendwo mehr Ecken und Kanten sind.“
Eine riesige Kühlanlage mit 40 Tonnen Kühlflüssigkeit und einer Leistungsstärke, die 2.675 Haushaltskühlschränken entspricht, sorgt dafür, dass die frisch geschaffene Eisschicht trotz herbstlicher Temperaturen bis zum nächsten Frühjahr erhalten bleibt. Sonnensegel und Witterungsschutzdächer, im vergangenen Winter frisch erneuert, halten die Sonnenstrahlen und Niederschläge von der Eisschicht fern.
Die Bobbahn Winterberg Hochsauerland ist die erste der vier deutschen Bahnen, die für die kommende Saison vereist wird, nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Winterberg jeweils als letzte Bahn in die Saison startete. „Die Bahnen in Oberhof und Altenberg werden zurzeit umgebaut. Bleiben nur noch Königssee und Winterberg“, so Andreas Schäfer von der Bobbahngesellschaft. „Aus trainingsspezifischen Gründen hat sich der Bob- und Schlittenverbands für Deutschland dieses Mal für Winterberg entschieden.“
Daten:
Gesamtlänge der Bahn 1.609 m (mit Auslauf)
Bahnlänge Start – Ziel (Messlänge)
- für Bob und Skeleton 1.330 m
- für Rennrodel Herren 1.324 m
- für Rennrodel Damen 1.293 m
- für Rennrodel Doppelsitzer 970 m
Anzahl Kurven 15 (neue Startkurve und Kurven 1 – 14)
Kurvenradien 16 – 55 m
Kurvenhöhe 2,50 m – 5,00 m
Durchschnittsgefälle 9,8 %
Max. Gefälle 15 %
Höhenunterschied Bobstart bis Einfahrt Zielkurve 110 m
Höchstgeschwindigkeit: bis 140 km/h (Labyrinth zwischen Kurve 13 und Kurve 14)
Eisoberfläche: ca. 6.500 m²
Kühlrohre im Beton: ca. 70 km
Kühlflüssigkeit: ca. 40 t Ammoniak NH³
Kühlleistung: 23 Mio. Kilokalorien (oder 2.675 Haushaltskühlschränke)
Kameraüberwachung: 25 bahneigene Kameras entlang der Strecke zur Überwachung der Abfahrten
Zeitnahme: Swiss Timing mit 23 Lichtschranken (im Rennen aktiviert 4 bis 6)
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