Jun 15

Auf den ersten Blick mach Dell ja echt nen guten Eindruck. Immer mal wieder scheinbar günstige Angebote, auf der Webseite kann man sich seinen Wunschrechner zusammenstellen und auch die Qualität soll recht ordentlich sein. Ich persönlich habe mir noch nie einen Dell-Rechner zugelegt, bisher haben mich immer die Lieferfrist von knapp 2 Monaten (da ist die Kiste ja nur noch die Hälfte Wert!!!), sowie die Versandkosten abgeschreckt. Seit wenigen tagen bin ich mir jetzt sicher, das ich mir auch in Zukunft keinen Dell-PC zulegen werde.

Mein Nachbar ist seit ca. 2,5 Jahren stolzer Besitzer eines Dell Dimension 8300. Die Maschine wird praktisch ausschließlich für Office-Anwendungen sowie ein kleines Buchhaltungprogramm genutzt. Vor 2 Jahren war das gerät also vollkommen überdimensioniert, auch heute ist der PC fürs Büro noch eine Nummer zu groß finde ich.

Doch nun zum Kern dieses Postings: Vor einigen Tagen kam mein Nachbar an und bat um Hilfe weil sein PC sehr laut sein. Laut ist untertrieben! Der CPU-Lüfter läuft unter kleiner Last (Office) auf gefühlten 10.000 U/min. Aus der Rückseite des PC wird die Luft Kubikmeterweise rausgeblasen.

Erster Schritt war ein Blick ins Bios um zu schauen, was die Lüfter so drehen und welche Temperaturen die Sensoren messen. Pech, aber dieses Board hat keinen einzigen Sensor, weder für die Temperaturen, noch für die Lüfter. Das wusste ich noch nicht und dachte, das die werte nur im Bios nicht angezeigt werden. Also flux den Motherboard-Monitor installiert. Pech gehabt, Dell-Boards werden nicht unterstützt. Warum auch, gibt ja keine Sensoren. Das wollte ich noch immer nicht glauben und habe erstmal Everest Home installiert. Die Arbeit hätte ich mir sparen können…

Die Auflösung ist eigentlich ganz einfach. Im Lüfter sitzt der Sensor der die Drehzahl regelt (WARUM???). Dieser Sensor muss irgendwie defekt sein. Ein Anruf bei Dell brachte zu Tage das dieser Lüfter 176,- Euro kosten solle. Spinnen die? Ein Lüfter! Da ist keine Wasserkühlung, kein PC, noch nichtmal ein Kupfer-Kühlkörper bei!

Also gut, dann wird eben einfach ein neuer Kühler mit neuem Lüfter installiert. Vielleicht ein Zalman oder ähnliches. Ein Blick in den Rechner zeigte, das der Dell-Kühler zwar gut verarbeitet war, aber mit knapp 100 Gramm für diese CPU (Prescott-Kern) schon an der Untergrenze lag.  Ich wurde zuversichtlicher, das ein besserer Kühler und Lüfter das Problem lösen würde.

Schon stand ich vor dem nächsten Problem. Das Board hat nicht einmal Anschlüsse für einen Lüfter. OK, ein Adapter für die Molex-Stecker kostet nicht die Welt, einen Poti kann man zwischenschalten.

Und als hätte ich es geahnt, da kam schon wieder ein Problem um die Ecke. Das Board hat auch keine Halterung für einen genormten Standard-Kühlkörper. Den bekommt man nur mit Dremel und Heißkleber fixiert. das war uns aber zuviel Risiko und zuviel Gebastel.

Da ein neues Motherboard nicht die Welt kostet und alle andere Hardware ja übernommen werden kann, haben wir beschlossen ein neues Board einzubauen.  Tja…wenn das so einfach wäre. Leider ist auch das Slot-Blech nicht an der normalen Stelle. Somit ist auch ein Austausch des Boards nicht möglich.

Nun wird es diesen Rechner in Kürze bei eBay geben, ein neuer NICHT-Dell-PC ist wesentlich Nutzerfreundlicher.

Irgendwie sind diese Dell-Geräte so richtige Einweg-PCs. Zur Reparatur scheinen die nicht vorgesehen zu sein. 2 Jahre laufen die Kisten gut, danach muss eben was neues her.

written by admin


One Response to “Dell – alles ein wenig anders – der Einweg-PC”

  1. 1. Fridolin Says:

    Hi,
    die Sache mit dem lauten Lüfter hatte ich auch. Aber durch Austausch des Gehäuselüfters, Einbau eines neuen Retentionmoduls und ein Standard P4 Lüfter wurde das Problem gelöst.
    Im Übrigen hat das Mainboard sehr wohl Temperatursensoren. Nur können die nicht mit Standardsoftware ausgelesen werden. Aber wenn in die Utlitiypartition gebootet wird, kann man wunderbar die Temperatur und die Lüfterdrehzahl sich anschauen. Das Mainboard hat auch einen Anschluß für Lüfter. Schließlich wird da der originale Lüfter angeschlossen. Da ist jetzt mein neuer CPU Lüfter angeschlossen.
    Ich habe mir wieder einen Dell gekauft. Ich kann nur sagen: Dell läuft einfach.
    Mein Dimension geht jetzt knapp vier Jahre alt und es war nie, nochmal nie, irgendetwas daran defekt. Deshalb: Dell, jederzeit wieder.

    Fridolin

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