Mrz 10

Vor wenigen Minuten bin ich auf der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau im Hotel angekommen. Flug von Bangkok nach Hongkong. Knapp 2 Stunden Aufenthalt im Flughafen und anschließend ging es mit dem Katamaran rüber nach Macau. Leider war es zur Dunkelheit noch sehr diesig. Denkbar schlechte Verhältnisse um Fotos zu machen. Doch ich stand erstmal vor ganz anderen Problemen.

Macau ist eine ehemalige portugiesische Kolonie und steht erst seit Dezember 1999 wieder unter chinesischer Verwaltung. Da ich kein großer Freund von Reiseführern und mich lieber spontan ins “kalte Wasser” stürze hatte ich mich auch diesmal nur wenig vorbereitet. Ich bin fest davon ausgegangen, das ich mit Portugiesisch und Englisch in Macau gut zurecht komme. Pech gehabt, außer Kantonesisch wird hier kaum etwas gesprochen.

Also musste ich dem Taxifahrer mit Händen und Füßen erklären wo ich hin wollte. Glücklicherweise habe ich darin einige Übung und so klappte das ganz gut. Doch zum Hotel komme ich Morgen. Heute erstmal einige Infos zu Macau.

Cidade do Nome de Deus de Macau Nao Ha Outra Mais Leal (Stadt im Namen des Herrn, Macau, es gibt keine Loyalere). Macau war die Zentrale der katholischen Mission in Ostasien. Noch heute gibt es hier 60 Kirchen für über 25.000 Katholiken. Auf den Hügeln hielten sich früher die Missionare auf, am Wasser die Geschäftsleute und Händler. Die Chinesen haben Zölle kassiert, waren sonst aber ruhig und hielten sich fern.

Auch wenn heute hauptsächlich Chinesen in Macau leben, so ist es doch kein Vergleich mit anderen Städten in China. Große Teile der portugiesischen Kolonialarchitektur sind noch immer erhalten. Und gerade das mach Macau so einzigartig, diese friedliche Symbiose aus europäischer und asiatischer Kultur. Betrachte ich den Bauboom in Macau, dann befürchte ich aber, das die portugiesische Kultur eher kurz- als mittelfristig hier untergehen wird.

Aktuell ist Macau das Las Vegas der Chinesen. Es ist der einzige Ort in China, wo legal Glücksspiele betrieben werden dürfen. Jedes Wochenende stürmen zigtausende Kurzurlauber aus Hongkong auf die Insel mit der Hoffnung ihr hart verdientes Geld zu mehren. Jedes Jahr kommen so über 8 Millionen Touristen auf die Insel. Macau besteht neben den Kolonialbauten fast ausschließlich aus Hoteltürmen und Kasinos, jetzt schon über 20 und regelmässig kommen neue hinzu. An jedem freien Fleck entstehen weitere gigantische Wolkenkratzer.

Tolles Beispiel für das Beieinander aus Kolonialarchitektur und spiegelnden Betonburgen: Die Avenida de Almeida Ribeiro in Macau:

Avenida de Almeida Ribeiro in Macau

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